DER DRITTE WEG

01.01.2017

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Wagenknecht rechts abgebogen?

Nicht erst seit den Wahlerfolgen von AfD und Donald Trump zeigt sich, dass die linken Stammwähler aus der Unterschicht und der Arbeiterschicht zunehmend rechts wählen. Vorgeblich „soziale“ Parteien wie die SPD verlieren an Zustimmung. Während bei der SPD scheinbar noch kein Umdenken stattfindet und man wohl weiterhin darauf baut, dass man als „Volkspartei“ ja ohnehin die Wählerschaft hinter sich hat, scheinen andere Panik zu kriegen.

Insbesondere in der Linken gärt es. Die Partei ist vor allem in Mitteldeutschland nach wie vor stark verwurzelt, stellt in Thüringen sogar den Ministerpräsidenten. Kein Wunder, liegen die Wurzeln der Partei doch auch bei der DDR-Staatspartei SED. Viele ehemalige DDR-Bürger sind nie wirklich in der „Sozialen Marktwirtschaft“ angekommen. Sie erleben seit mehr als 25 Jahren einen kontinuierlichen Niedergang ihrer Heimat. Wenn es „blühende Landschaften“ gibt, dann nur, weil diese nun nahezu menschenleer sind.

In mitteldeutschen Kleinstädten ist es ein gewohntes Bild, dass gerade einmal 30 Jahre alte Plattenbauten wieder eingestampft werden. Nachdem es den Herrschenden nie gelungen ist, flächendeckend Wirtschaftsstandorte am Leben zu erhalten, sind viele junge und qualifizierte Deutsche einfach weggezogen. Stück für Stück haben sich die Städte geleert, zurück geblieben sind frustrierte Menschen, deren berufliche Qualifikation entweder nicht mehr gefragt ist oder nur weit weg von der geliebten Heimat gebraucht wird. Hinzu kommt ein wachsendes Heer an Pensionären. Insbesondere die junge Generation hat vor allem ländliche Gegenden verlassen. Für die Herrschenden hat das den Vorteil, dass man von gesunkenen Arbeitslosenzahlen sprechen kann. Für Menschen die ihre Heimat noch als lebendig und mit einem gewissen Stolz kennen jedoch ist es ein einziges Trauerspiel.

Nun kam die Asylflut und mit ihr auch die Ansiedlung von Ausländern in Mitteldeutschland. Für die Menschen dort ein Schlag ins Gesicht – jahrelang hieß es, dass es keine Arbeit gebe, dass Fachkräfte bitte schön nach München, Berlin, Hamburg oder in die Schweiz ziehen sollen und nun, wo sie kaum noch da sind – kommen „Fachkräfte“. Obwohl es immer noch keine Arbeitsplätze gibt, soll um die wenigen Arbeitsplätze an Supermarktkassen und in Callcentern noch ein Konkurrenzkampf entbrennen.

Auch dies ein Grund für den sogenannten „Rechtsruck“, für Pegida und 20 % AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt.
Klar, dass das politische Establishment hier mit Themen wie mehr Rechte für Asylanten oder sexuelle Randgruppen nicht punkten kann.

Während die AfD schon einen Versuch des Systems darstellt, den Unmut der Bevölkerung in einem kontrollierbaren Rahmen zu halten, versuchen nun auch Teile der Parteispitze der Linken ihre Schäfchen wieder ins Trockene zu holen. In einem Sonntagsinterview für die Springerzeitung „Die Welt“ erklärte die Spitzenkandidatin der Partei Sarah Wagenknecht:

„Ich glaube, dass die Einordnung in rechts und links nach wie vor ihre Gültigkeit hat. Für mich ist links, die Verteilungsfrage in den Mittelpunkt zu stellen und sich für weniger Ungleichheit und mehr soziale Sicherheit einzusetzen. Im Konflikt zwischen Beschäftigten und Kapital heißt das, auf der Seite höherer Löhne statt höherer Rendite zu stehen. Leider verbinden heute viele mit "links" etwas ganz anderes, etwa die Befürwortung von möglichst viel Zuwanderung oder abgehobene Gender-Diskurse, die mit dem Kampf um echte Gleichstellung wenig zu tun haben. Das bedauere ich sehr.“

Mit dieser Aussage sagt Wagenknecht im Grunde betrachtet zwar nur, dass der Schwerpunkt des Wahlkampfes auf Kapitalismuskritik und die Verteilungsfrage zu legen ist, aber dennoch ist diese Aussage klar als Abgrenzung zu Grünen und SPD zu sehen. Für den polnischen Autor Tomasz Konicz zog sie damit „den großen nationalsozialistischen Trennstrich zwischen der hart arbeitenden deutschen Mehrheit und den unseligen Minderheiten und Ausländern (...)“

Schon im Juli hatte Wagenknecht nach dem Anschlag von Ansbach die Asylpolitik der Kanzlerin kritisiert. Die Reaktion darauf waren Rücktrittsforderungen gegen ihre Person. Bisher jedoch scheint ihr dies kaum geschadet zu haben und sie geht als Spitzenkandidatin der Linken in den Wahlkampf 2017.

Man könnte hier Parallelen zu ehemaligen Größen des linken Lagers wie Jürgen Elsässer oder Horst Mahler ziehen und auf einen endgültigen Wechsel ins nationale Lager spekulieren. Sinnvoller ist es jedoch, die Aussagen als bewusste Strategie einer Berufspolitikerin zur Profilierung ihrer Partei als Anti-Establishment-Partei in Konkurrenz zur AfD zu werten.

Als Nationalrevolutionär ändert sich die Sicht auf diverse politische Parteien in der BRD jedoch nicht durch völkisch-angehauchte Aussagen. Wir sehen in der politischen Entwicklung in unserer Heimat, dass die Akzeptanz des Systems zunehmend schwindet. Doch wir wissen auch, dass man das System niemals von innen heraus reformieren kann. Daher lassen wir uns nicht blenden und bleiben unserem Weg, dem dritten Weg treu.

 

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