DER DRITTE WEG

08.01.2017

Lesezeit: etwa 1 Minute

Gedenktag: Herzog Widukind

Zum Charakter der Germanen gehörten Freiheitssinn, die Bindung des Einzelnen an die Sippe, die Einordnung in die Gemeinschaft, Treue zu Familie und Volk, Naturbetrachtung und Todesverachtung, Tatbereitschaft, Suchen und Forschen um die Fragen des Lebens.

Heiligen Weihenächte und Sonnwendfeuer galten als Gruß an das Leben und das ewige Werden, an die Wiederkehr alles. Heilige Bäume waren das Wunder der Schöpfung, heilige Quellen und das Sonnenlicht Symbole der Kraft und des Lebens – vor allem die Niedersachsen an der Weser hatten diese Weltanschauung der Väter bewahrt. Dem gegenüber stand nun der Frankenkaiser Karl mit dem Reichsgedanken – und der Sendung des Christentums. Sein Gegenspieler und Bewahrer der alten Sitten und Bräuche aber war Herzog Widukind.

So war der Kampf zwischen den Franken und den Sachsen zugleich ein Kampf des Christentums gegen die alten Sitten und Anschauungen. Die Kirche predigte Werte, die den alten Werten widersprachen: Herrschaftsanspruch der Kirche gegen die alte Ordnung.

Der rebellierende Westfale Widukind schmiedete die Sachsen wie einst Hermann gegen die einfallenden Römer. Die Franken aber drangen tief in das Land ein, erstürmten die Wälle der Eresburg, zerstörten die Inschriften an den Externsteinen und bestraften jeden fürchterlich, der gegen die römischen Gesetze verstieß. Sterben sollte jeder, der sich nicht taufen ließ, in der Fastenzeit Fleisch aß, einen Toten nach alter Väter Sitte bestattete oder eine Kirche anzündete.

Widukind leistete erbitterten Widerstand, verbrannte Wetzlar, bedrohte Fulda, wo die Mönche gerade noch die Gebeine des „heiligen Bonifatius“ retten konnten – unterlag aber in der großen Schlacht bei Detmold und musste sich zuletzt dem Frankenkaiser Karl beugen.

Die Einheit der Sachsen war zerfallen, Widukind musste sich nun auch gegen den Widerstand sächsischer Adliger behaupten. Unrühmlicher Höhepunkt war die Auslieferung von 4.500 Getreuen des Herzog Widukind an die Franken, die bei Verden an der Aller enthauptet wurden.
Widukind ließ sich taufen und Rom triumphierte – Kutte und Krummstab nahm Besitz von Boden und noch schlimmer – von der Seele.

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