DER DRITTE WEG

10.01.2017

Lesezeit: etwa 1 Minute

Biographie: Corneliu Codreanu mit zwei Seelen in der Brust

Screenshot von https://www.hanser-literaturverlage.deOliver Jens Schmitt hat unter dem vielversprechenden Titel „Inszenierte Gegenmacht von rechts“ bereits eine Untersuchung über die rumänischen Faschisten unter Codreanu herausgegeben (erschienen 2013 im Oldenbourg-Verlag). Nun folgt eine biographische Studie über ihren Führer Corneliu Zelea Codreanu selbst. Die Quellenlage ist schwierig, trotzdem liefert Schmitt eine überzeugende Einbettung der Biographie in die Zeitsituation nach der Annexion fremder Gebiete durch Rumänien nach den Ersten Weltkrieg und einer disparaten Bevölkerung.

Vor diesem Hintergrund betritt der Typus Codreanu die Bühne, der seine Formation anfangs aus studentischen Kreisen heraus aufbaute. Corneliu Codreanu ist der Sohn eines nationalistischen und antisemitischen Politikers und erregte mit militanten wie symbolträchtigen Aktionen landesweit Aufsehen. Eine gewisse Ambivalenz (Zweideutigkeit) macht der Autor im Verhalten seines Helden aus. Auf der einen Seite setzte Codreanu bedenkenlos auf Gewalt. Auf der anderen Seite propagierte er eine moralische Erneuerung Rumäniens auf christlicher Grundlage. Häufig entzog er sich der Öffentlichkeit in ländliche Einsamkeit und pflegte mit seinen Gefolgsleuten einen fast mönchischen Lebensstil.

Wieder ambivalent stellte sich Codreanu trotz seiner royalistischen Gesinnung gegen den um seine Unterstützung werbenden Monarchen. Daraufhin ließ Carol II. Codreanu wie auch zahlreiche andere Exponenten der Bewegung liquidieren. Eindruck macht Corneliu Codreanu bis heute durch seinen Stil. Im Unterschied zu anderen faschistischen Bewegungen setzte er nicht auf die unteren Volksmassen, sondern gab sich elitär und ästhetisch. Sein gutes Aussehen kam dem entgegen. Auch das Christentum spielte für ihn wohl eher eine ästhetische Rolle. Die von Codreanu gegründete „Eiserne Garde“ oder „Legion des Erzengels Michael“ ähnelte mehr einem Orden als einer Partei. In der Wirklichkeit war er nicht ganz angekommen, hat aber bis heute eifrige Bewunderer. Der Historiker Ernst Nolte bezeichnete die „Eiserne Garde“ in seinem Buch „Der Faschisnus in seiner Epoche“ (1963) mit Blick auf Programmatik, Stil und Aktionsformen sogar als die „interessanteste und vielseitigste aller faschistischen Bewegungen“.

Oliver Jens Schmitt: Capitan Codreanu. Aufstieg und Fall des rumänischen Faschistenführers. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016, 26 Euro

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