DER DRITTE WEG

21.03.2017

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Heimatschutz geht nur bodenständig! – Boden bedeutet Leben!

Unsere Heimat ist auch der Boden, auf dem wir stehen. In einer Hand voll Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. In der oberen Bodenschicht eines fruchtbaren Bodens leben pro Quadratmeter eine Billiarde Bakterien. Wer also für einen gesunden Boden Sorge trägt, trägt auch Sorge für das Leben. Jedoch stellt in Sachen Heimatschutz eine stetig voranschreitende Bodenversiegelung ein erhebliches nach wie vor ungelöstes Problem dar, da täglich weitere Flächen zu den bereits versiegelten Flächen hinzukommen. In Deutschland wurden in den Jahren 2011 bis 2014 täglich 69 Hektar an Freifläche für den Bau neuer Siedlungen und Verkehrswege in Anspruch genommen. Dabei ist davon auszugehen, dass ungefähr 45 % dieser Fläche vollkommen versiegelt wurde, was einer versiegelten Fläche von 31,2 Hektar oder etwa 44 Fußballfeldern pro Tag entspricht. Versiegelter Boden ist jedoch vom Kreislauf aus Bodenbildung, Grundwasserversickerung und Pflanzenwachstum abgeschnitten.

Gesunder Boden ist in der Lage in seinen Poren – gleichsam einem Schwamm – Regenwasser aufzunehmen und zu speichern. Je nach Bodenart, Humusgehalt und Bewuchs kann er bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und einem Meter Tiefe aufnehmen. Wenn der Boden das Wasser, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr aufnehmen kann, fließt es sehr rasch und in großen Mengen über die Abwasserkanäle in die Flüsse. Die Kombination aus Flußverbauung, Begradigung und Bodenversiegelung führt dann zu einer Situation, in der das Regenwasser nicht mehr zeitlich versetzt, sondern gleichzeitig in die großen Flüsse fließt, wodurch Hochwasserkatastrophen vorpogrammiert sind – selbstverschuldet!

Eine zunehmende landwirtschaftliche Spezialisierung und Intensivierung hat zusammen mit einer heute fast ausschließlichen Trennung von Viehzucht und Ackerbau ebenfalls zu einer enormen Bodenbeanspruchung geführt. Durch die Methoden moderner Landwirtschaft wird häufig die schützende Vegetationsschicht entfernt oder verändert bzw. liegen Böden lange brach. Die Folge ist, dass die Oberböden einem erhöhten Erosionprozeß durch Wind und Wasser ausgesetzt sind, wodurch auch Humus verloren geht. In der Landwirtschaft kann allerdings die Fruchtbarkeit der Böden langfristig gesichert werden, wenn Landbaumethoden mit intensiver Humuswirtschaft und reduzierter Bodenbearbeitung, wie z.B. der pfluglose Ackerbau oder der Zwischenfruchtanbau mit Gründüngung stärker eingesetzt werden. Ein Vorteil der Humusschicht ist, die Nährstoffe im Boden sukzessive zur Verfügung zu stellen, wodurch eine kontinuierliche und langfristige Versorgung der Pflanzen gewährleistet wird. Im privaten Garten empfiehlt sich, aus organischen Abfällen auf einfache Weise Kompost herzustellen, um den Humusgehalt des Bodens zu bereichern. Nicht zu vergessen ist auch, daß intakte Selbstreinigungskräfte der Böden und Gewässer wichtig für die Gewinnung von Trinkwasser sind. – Da „Umwelt & Aktiv“ ein intensives Bewußtsein um unseren Heimatboden wichtig ist, werden zum Thema „Boden“ zwei Ausstellungen empfohlen:

Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ im Senckenberg Naturmuseum bis zum 13. August 2017; siehe nachfolgender Verweis:

http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=17883

Sonderausstellung und Mitmach-Aktionen zur Bodenwelt am Regionalpark Portal Weilbacher Kiesgruben – „Drüber & Drunter – Der Regionalpark einmal unterirdisch“ bis zum 13.8.2017; siehe nachfolgender Verweis:

http://drueberdrunter.regionalpark-rheinmain.de/

Und bleiben Sie BODENSTÄNDIG!!

Ihr

Gerhard Keil

Quelle: http://www.umweltundaktiv.de

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